BURNOUT - Wege aus der Stressfalle
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Aus Angst und Scham schweigen Betroffene über das Thema oft bis zum Zusammenbruch. Aktuelle Studien sprechen eine alarmierende Sprache: 20-25 % aller Arbeitnehmer brennen im Laufe ihres Berufslebens einmal aus, in bestimmten Branchen sind es sogar bis zu 50% - Tendenz steigend.
Über 250 Teilnehmer, überwiegend Unternehmer, Geschäftsführer und leitende Angestellte, erfuhren am 12.08.2010 in den Media Docks Lübeck im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erfolg ist die Beste Existenzsicherung" in zwei bewegenden Vorträgen, was es bedeutet, an Burnout erkrankt zu sein.
„Wir wollten das Thema Burnout aus der Tabuzone holen und zeigen, dass Aufklärung in den Chefetagen notwendig ist, um ein besseres Verständnis für die Belange der Mitarbeiter unter Stress und ggf. für sich selbst zu entwickeln, so Dietrich Uffmann, Projektleiter bei der Wirtschaftsförderung Lübeck.
Antje Greve, Unternehmensberaterin, Expertin zum Thema Burnout-Prävention und vor einigen Jahren selbst Betroffene beschrieb in Ihrem Vortrag, wie schwierig es ist, ein Burnout-Risiko frühzeitig zu erkennen. „Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk an Leistungsfähigkeit. Da wird überbrückt und umgeschichtet, Ressourcen und Stoffwechselbausteine ausgetauscht, ersetzt und umfunktioniert, nur um die „lebensnotwendige" Funktionsfähigkeit des Körpers zu erhalten. Dieser Prozess kann sich über Jahre hinziehen", so Frau Greve. Der Körper versagt seinen Dienst, der Motor steht still und auf einmal geht gar nichts mehr. Viele Betroffene berichten von einer Odyssee, bis die Diagnose Burnout feststeht.
Ist Burnout der Tribut an unsere Lebensweise im 21. Jahrhundert? Starke berufliche Belastung, Angst um den Arbeitsplatz - vor allem in Krisenzeiten - und Stress im Familienumfeld sind nur einige wenige Punkte, die unser Leben bestimmen. Die moderne Kommunikation lässt uns 24 Stunden erreichbar sein und macht selbst vor dem Urlaub nicht halt. Häufig werden persönliche Belange sogar ganz zurückgestellt, die Familie, der Freundeskreis und Hobbys vernachlässigt.
Fakt ist, dass ein Burnout die Folge von monate- oft jahrelanger Belastung mit hohem Stresspegel ist. Betroffene durchleben bis zu 12 Phasen, die anhand einer Uhr dargestellt werden können. Dieser Dauerstress hat medizinisch nachweisbare Auswirkungen auf den gesamten Stoffwechsel. Fehlen dazu noch die notwendigen Phasen der Regeneration, ist ein Burnout vorprogrammiert.
Auch für den zweiten Referenten, Hauke Ohland und sein Umfeld war es ein langer Weg bis zur Diagnose Burnout. Heute voll genesen, berichtete er, dass zu dem Zeitpunkt, als wirklich ernste körperliche Beschwerden auftraten, der Burnout schon weit fortgeschritten war. Eine einfache Behandlung mit 14 Tagen Ruhe und ein paar Pillen war bei weitem nicht mehr ausreichend.
Die Zusammenfassung des Vortrags von Antje Greve können Sie hier downloaden.

